„Alles dreht sich um die Geistseele“

Praxiswochenende der Gemeinschaft Gebet und Wort in Fulda

Der Vorsitzende der Gemeinschaft Gebet und Wort Deutschland, Diakon Bernd Faßbender, berichtete zunächst von den Aktivitäten der Gemeinschaft in den vergangenen Monaten. Der Schwerpunkt war die Realisierung des Grundkurses Hagiotherapie. Im deutschsprachigen Raum wurden 44 Personen, überwiegend Hagioassistenten, zu Seminarleitern geschult. 150 Personen konnten bisher in 9 Grundkursen einen Einblick in die Arbeits- und Wirkweise der Hagiotherapie gewinnen. Weitere 9 Kurse werden in den nächsten Monaten folgen. Derzeit wird an der Konzeption des Mittelkurses gearbeitet.

Am Praxiswochenende schenkte uns die Referentin Dr. Elzbieta Gaczkoska aus Köln einen hagiotherapeutischen Einblick in die Wirkweise der Geistseele. Vor Jahrzehnten sagte man, wir seien Opfer der Vererbung. Mit den eindrücklichen Forschungsergebnissen aus der Epigenetik wird nun gesagt, dass wir unser Leben optimieren können. Jeder Mensch kann seine Erbgene beeinflussen. Unser Geist ist stärker als die Gene.

Am zweiten Tag referierten Pfr. Marcin Budny,  Pfr. Peter Bierschenk und Diakon Bernd Faßbender zur Geistseele: Sie sagten, dass jeder Mensch bei seiner Empfängnis eine Seele erhält, die unsterblich ist und die nicht krank werden kann. Diese Seele besitzt zwei Bereiche: Einen Teil, der dem Geist zugeordnet ist und als geistige Seele bezeichnet wird sowie einen Teil, der dem Leib zugeordnet ist und einen psychischen und vegetativen Anteil besitzt. In dem Zeugnis von Pfr. Bierschenk wurde deutlich, dass der geistige Bereich der Seele gesund sein kann, während auf psychophysischer Ebene Mängel festzustellen sind. Bernd Faßbender betonte, dass sich bei jedem Menschen die Geistseele immer entfalten kann, da sie frei von Raum und Zeit ist, und der Mensch auch im hohen Alter eine Vision haben kann.

Im Praxisteil bestätigte Klementine Niessing diese Erkenntnisse. Sie wurden durch lebendige Praxisbeispiele von Marianne Weyer, Hildegard Kerstiens und Delphine Deinhart untermauert.

Am Sonntagvormittag zitierte Diakon Bernd Faßbender aus den Regeln der Gemeinschaft Gebet und Wort für das geistliche Leben und fokussierte dabei das Abendgebet. Ivo Lucic aus Zagreb, der Vertreter von Prof. Ivančić in Deutschland, ermutigte uns, an die Ränder unserer Gesellschaft zu gehen, insbesondere zu den verletzten und leidenden Menschen. Hagiotherapie und Evangelisation seien immer ein Geben und Nehmen.

Prof. Ivančić hat in seinem Leben 75 Bücher geschrieben. Aus dem Schatz dieser vielen Bücher empfahl Ivo Lucic den Teilnehmern zwei Bücher: Für die Hagiotherapie die „Heilung des Menschen in der Hagiotherapie“ und für die Evangelisation die „Begegnung mit dem lebendigen Gott.“ Er ermahnte uns Teilnehmer, uns immer vielseitig und umfassend zu bilden, denn „der längste Weg ist vom Verstand bis zum Herz“. Er bat um Gehorsam gegenüber dem Gründer und um das Gebet für Prof. Ivančić.

Nach der Hl. Messe in der Seminarkapelle wurde das Wochenende mit einer Domführung abgerundet. Hierbei verweilten wir am Grab des Hl. Bonifatius. Er unternahm zwei Versuche, Deutschland zu missionieren. Im ersten Versuch ohne Hilfe scheiterte er, im zweiten Versuch mit dem Segen von Papst Gregor II. missionierte er Deutschland nachhaltig. Er verstarb 86-jährig den Märtyrertod.

Der Leiter der GGWD dankte allen, die zum Gelingen der Tagung beigetragen hatten, besonders sind hier für die Organisation Marlies Glock und die Familie Diegelmann und für die musikalische Begleitung Christine Hammer-Müller zu nennen. Mit einem „Gebet des Aufbruchs“ und dem Wunsch, dass sie starken Mut und großer Freude mit nach Hause nehmen, segnete Diakon Bernd Faßbender die Teilnehmer, die alle mit strahlenden Gesichtern die Heimreise antraten.

Mit Freude haben wir die Gastfreundschaft und Unterstützung im Priesterseminar genossen. Regens Dirk Gärtner und seinem Team sei hier nochmals ein herzliches „Vergelt´s Gott“ gesagt.

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