Tätigkeitsbericht des Leiters der GGWD Diakon Bernd Faßbender für 2016/2017

Marienstatt am 22.9.2017

Nach dem Tod unseres geliebten Gründers Prof. Dr. Tomislav Ivancic im Februar 2017 haben wir eine neue Situation mit vielen Herausforderungen. Es liegt nun an der gesamten Gemeinschaft Gebet und Wort das gemeinsam zu lösen. Da sollten die Muttergemeinschaft in Zagreb und die nationalen Leitungen überall ganz eng zusammen arbeiten. Es wird bestimmt fruchtbar sein, wenn die verschiedene Länderleitungen ihre vielen eigenen kreativen Wege einbringen, die sie alle im Sinne unseres Gründers aktiv haben werden lassen.

Im Anschluss an das Studium 2016 war uns allen klar, dass Professor Ivancic, bedingt durch seine Krankheit, die Kräfte schwanden. Wir erkannten damals schon, dass wir nun verstärkt Eigeninitiative entwickeln müssen und uns nicht mehr auf andere berufen konnten. Der Professor hat mir das mehrfach persönlich telefonisch und auch schriftlich aufgetragen. Wir begannen das gehorsam in seinem Sinne umzusetzen. Alles, was wir angegangen haben war mit ihm abgesprochen. Wir haben das von ihm geforderte Selbstständigwerden immer nach Abstimmung in unserem Leitungsteam miteinander in die Wege geleitet.

Wir bemühen uns mit allen Kräften sein Vermächtnis, sein Testament zu erfüllen.

Dazu fünf Beispiele:

1.) Wir entwickelten unseren Grundkurs und boten ihn in ganz Deutschland Interessenten an. Inzwischen haben ihn mehr als 375 Menschen besucht und weitere 50 und mehr werden ihn noch besuchen. Der Erfolg dieser ersten Information über die Hagiotherapie hat die Menschen sehr bewegt und viele Teilnehmer haben sich geändert, sind umgekehrt und für die Hagiotherapie, auch als Vorkatechumenat, für die spätere Evangelisation Feuer gefangen. Die Teilnehmer erhielten eine Teilnahmebescheinigung, die sie zur Teilnahme am Mittelkurs berechtigt. Es bildeten sich viele neue Gruppen, mit ganz neuen Teilnehmern, in ganz neuen Städten. (z.B. 2 x in Berlin im Oktober, Erwachsene und Jugendliche.) Wir informieren, bekommen neue und jüngere Mitglieder, wirken in Evangelisation und Hagiotherapie. Wir werden nicht aussterben.

Die Folge ist, die meisten Grundkursteilnehmer warten, quer durch Deutschland, auf die folgenden Mittelkurse I Thema Hagiotherapie und Mittelkurse II Thema Neuevangelisation, (Studium der „Blauen Buches“) die zur Zeit konzipiert und erarbeitet werden. Beide Teile des Mittelkurses enden jeweils mit einer Abschlussprüfung über das Wissen der Teilnehmer und dem Beitritt zum Förderverein (oder Freundeskreis) der GGWD.

Ich möchte heute einmal den an der Entwicklung beteiligten Personen meinen herzlichen Dank aussprechen. Das ist eine schwierige und zeitaufwendige Aufgabe, aber die Ergebnisse können sich sehen lassen. Daran arbeiten Ruth und Markus Diegelmann, Pater Willi Klein, Christine Hammer-Müller. Ich mache auch mit leite das Ganze und bin verantwortlich. Pfr. Kocher, ein Freund vom Professor Ivancic, von Radio Horeb, ist davon so begeistert, dass er uns in der Sendereihe „Lebenshilfe“ Platz für den „Grundkurs Hagiotherapie“ in 6 Sendungen gegeben hat. Die Einheit 1 war am 19. September 2017 live, und war erfolgreicher Start.

Dem Mittelkurs schließt sich später ein Oberkurs an. In diesem prüfen die Seminarleiter und die Teilnehmer miteinander, ob eine Berufung zum Charisma der GGW vorliegt. Dort entscheidet sich die Mitgliedschaft in der geistigen Gemeinschaft (mit den Regeln) und der Einsatz als Evangelisator und Hagioassistent. Im Oberkurs wird das Wissen und das Charisma erweitert und geprüft. Die Kriterien hierfür müssen noch mit der Mutterge-meinschaft in Zagreb abgestimmt werden.

 

2.) Die noch vom Professor persönlich ernannten 4 Mentoren (Peter Deinhart, Renate Loss, Pater Willi Klein und Bernd Faßbender) bewerten inzwischen die eingereichten Arbeiten und Berichte unserer Hagioassistenten und geben Einreichern eine schriftliche Bewertung. Kopien der Arbeiten und der Bewertung wurden stets nach Zagreb geschickt. Unabhängig davon gibt es bei uns für jeden Hagioassistenten inzwischen eine Personalakte. Wir haben so die Übersicht, wer etwas macht, wie weit er ist, wo er Schulung benötigt und wo er eingesetzt werden kann. Wir haben Ordnung geschaffen.

            Alles wird jetzt und in Zukunft in Limburg archiviert.

Für die Zukunft brauchen wir, in Abstimmung mit der Muttergemeinschaft, dringend weitere Mentoren für die Abnahme der anstehenden Prüfungen in der Evangelisation und der Hagiotherapie und für die Betreuung unserer Hagioassistenten. Wir können gerne Vorschläge nach Zagreb schicken, da wir die Mitglieder am besten kennen, die für eine Ernennung geeignet sind.

 

3.) Wir gehen in fast ganz Deutschland hinaus zu den Menschen, halten Vorträge und Seminare über Evangelisation und Hagiotherapie. Wir haben in Zukunft regelmäßig Sendungen im Radio Horeb. Bei meiner Wallfahrt nach Fatima in der letzten Woche konnte ich neue zukünftige Verbindungen zu Kirche in Not und zu Bischof Hanke aus Eichstätt knüpfen. Kirche in passt mit ihren Apostolaten des Gebetes und der Hilfe sehr gut zu uns. Bischof Hanke ist gerne nach Terminvereinbarung zu einem Gespräch mit uns bereit. Ich werde ihm Bücher schicken. Der Wallfahrtspfarrer in Fatima verteilt Kreuzwege von Ivancic an die Beichtenden. Ich werde versuchen Pfr. Abeler 100 Stück Kreuzwege zu besorgen und ihm Bücher von Prof. Ivancic schicken, von dem er sonst noch nichts weiß.

 

4.) Wir wachsen und haben zur Zeit 165 Mitglieder im Förderverein GGWD. Wir hoffen, dass sich die Anzahl nach dem Mittelkurs stark vergrößern wird. Dann werden wir, in ca. 2-3 Jahren, viele neue Mitglieder im Förderverein haben von denen bestimmt einige als bestens und einheitlich ausgebildete Hagioassistenten und Evangelisten zu Mitgliedern der geistlichen GGW werden können. Sie wissen nach dem Mittelkurs genau, um was es geht und sie können sich frei zu einem Leben im Charisma der Gemeinschaft entscheiden.

 

5.) Ein persönliches Anliegen von mir war und ist, auch nach Absprache mit Prof. Tomislav Ivancic, dass wir uns um Einheit in den deutschsprachigen Ländern bemühen. Daraus entstand, dass auf Wunsch der Grundkurs in der Schweiz und Südtirol und teils auch in Österreich eingesetzt wurde. Die        Leitung der Schweiz übernahm inzwischen das Layout der deutschen Internetseite.

 

6.) Nach den neuen Regeln (wunderbar von Pater Willi neu übersetzt) wird gefordert, dass alle „alten Mitglieder“ nochmals das Buch über die „Begegnung mit dem lebendigen Gott“ durcharbeiten, in ihr Leben aufnehmen und am Ende eine Prüfung machen. Das ist die erste Bedingung für die Aufnahme in die neue geistliche Gemeinschaft. Die Teilnehmer Mittelkurs machen diese Prüfung automatisch. Deshalb habe ich eine Arbeitsgruppe beauftragt, Vorschläge für die Durchführung des Studiums und der Prüfung für Teilnehmer der Mittelkurse und für die „Altmitglieder“ zu erarbeiten. Sobald diese vorliegen gibt es eine Entscheidung der Leitung und es geht sofort los. Wir wollen mit Zagreb bald abstimmen, was mit unseren älteren Mitgliedern (ab 65 Jahren) geschieht, die teilweise durch Lebensumstände das nicht mehr leisten können, aber trotzdem ihres Alters seit Jahren sehr gute Hagioassistenten sind. Wer wollte deren Berufung in Frage stellen?

 

7.) Ein Traum von mir  ist eine gut funktionierende Kommunikation zwischen der Leitung und Verwaltung der Muttergemeinschaft in Zagreb mit unserer Nationalleitung in Deutschland. Wie kann ein „kurzer Draht“ geschaffen werden? Wie werden Fragen auch prompt beantwortet? Wie stimmen die Leitungen sich miteinander ab, damit nie Kompetenzreibereien auftreten. Der vom Professor so oft gepredigten Kreativität sollten keine engen Grenzen gesetzt werden. Kriterium muss sein, dass alles im Sinne der Lehre des Gründers geschieht und zur Ehre Gottes.

Es soll und muss weiter gehen.

Unsere Aufgabe ist in unseren beiden Apostolaten weiter zu gehen. Wenn die Evangelisation uns zu einer echten Begegnung mit dem lebendigen Gott geführt hat, dann sollen, ja müssen wir, mit der Evangelisation und Hagiotherapie hinaus in die Welt zu allen Menschen gehen. Nur Mitglied einer frommen Vereinigung zu sein, das reicht in der GGW nicht. Es müssen Taten folgen, wie es unser Professor bei den Studien immer gefordert hat. Nicht nur beten, nachdenken, diskutieren, sondern tun, planen und losgehen zu den in ihrer Würde verletzten Menschen, die auf uns warten, ja nach uns hungern. So hat es Prof. Ivancic wörtlich gesagt. Er hat uns immer wieder ausgeschimpft, besonders die, die zum 10. oder 15. Mal zum Studium kommen. Er hat sie gefragt, was habt ihr draußen für und mit den Menschen gemacht. Gehen wir endlich los.

Alles wird gut!!

Nach seinem Testament handeln in Deutschland Leitung und alle Mitglieder folgsam.

Soweit mein kurzer Rückblick. Es war  nicht nur ein Rückblick, sondern auch die „Regierungserklärung“ eures vom Professor eingesetzten Leiters. Es sollte auch ein Blick in die Zukunft der GGWD sein. Ich bitte euch, mit aller Kraft diesen Weg gehorsam und aktiv mit mir und der Leitung Deutschland zu gehen.

Limburg, den 22. September 2017

GGW Deutschland

Leiter: Diakon Bernd Faßbender