Frühjahrstagung der Gemeinschaft Gebet und Wort in Fulda vom 4.-6. Mai 2018

An der Frühjahrstagung der GGWD nahmen 39 Personen teil. Schwerpunkt bildete die Hagiotherapie. Die Leitung hatte Diakon Bernd Faßbender aus Limburg. Die Referenten kamen von der Muttergemeinschaft Gebet und Wort aus Zagreb, der Leiter Ivica Lulic und die Fachexpertin für die Hagiotherapie Silva Vrdoljak. Ihre Themen waren Umkehr und Berufung in den Regeln der Gemeinschaft.

Zunächst stellte Diakon Bernd Faßbender den neuen Geistlichen Begleiter der GGWD, Herrn Pfarrer Karl Ebener, vor und dankte ihm für seine Bereitschaft.

Dann gaben die beiden Referenten im Laufe der Tagung grundsätzliche wie praktische Impulse zu Umkehr und Berufung.

Jeder Mensch ist vom Schöpfer geschaffen, von ihm auch so gewollt, wie er ist. Aufgabe eines jeden Menschen ist es, sich selbst so anzunehmen, wie er ist und seine Originalität und seine Fähigkeiten zu entdecken. Die Referenten forderten die Teilnehmer auf, sich zu sammeln, ruhig zu werden und immer eine innere Sammlung zu praktizieren.

In der konkreten Hagiotherapie sind folgende Aspekte wichtig: mit dem Verstand erkenne ich Teile, mit meinem Intellekt sehe ich das Ganze und mit meinem Bewusstsein entscheide ich mich. Oft ist das Bewusstsein durch Mängel und Verwundungen verdeckt oder verdunkelt. Ein gereinigtes, versöhntes Bewusstsein ist die Kraft des Hl. Geistes in uns. Deshalb ist bei jeder Begegnung, bei jedem Gespräch eine Umkehr nötig.

Jeder Mensch ist eine Person, philosophisch betrachtet besitzt er eine ontologische Grundlage, das heißt: Mein Sein ist in sich gut, auch wenn es z.B. durch  Verwundungen Mängel in seiner Geistseele besitzt. Durch die Hagiotherapie werde ich befähigt, ich erkenne mich als Person, ich kann mich weiter entwickeln. Durch Belehrungen und Erfahrungen entscheide ich mich für das Gute. Aus meiner Originalität und meinen erkannten Fähigkeiten werde ich Beiträge aus meiner Berufung dem Gemeinwesen und der Gemeinschaft einbringen.

Für jeden Hagioassistenten soll in der  Umkehr und Berufung, sowie in seinem konkreten Tun ein Dreifaches handlungsleitend sein:

  1. Ich nehme Gott Vater als meinen Vater an und bejahe ihn als Vater. Denn wir Menschen sind von ihm geschaffen.
  2. Jesus Christus ist auf die Erde kommen. Wir sollen täglich seine Freundschaft praktizieren. Sein Testament ist die Liebe.
  3. Mit dem Hl. Geist soll ich ein Bündnis ratifizieren, d.h. ich bin bestens auf ein Gespräch und auf die Begegnung vorbereitet. Dann überlasse ich bei dem Gespräch oder der Begegnung die Führung dem Hl. Geist.

So gesehen gehen die Wahrheit und das Gute Hand in Hand. Entscheidend ist, ob ich die Tür aufmache.

Ein Teilnehmer an diesem Wochenende brachte es auf die Formel: Evangelisation ist die Pflicht, Hagiotherapie ist die Kür. Pflicht und Kür werden zum Tanz.