Hagiotherapie/Grundkurs St. Clemens im Herbst 2017

Zwei Wochenenden lang fand der Hagio-Grundkurs im Haus Vinzenz der Vinzentiner Kongregation St. Clemens (Kolonnenstr. 39, 10827 Berlin) statt. Das Leitungsteam, bestehend aus Ruth und Markus Diegelmann (Hofbieber bei Fulda) und Nicole Ey (Augsburg), konnte am ersten Abend 16 Teilnehmer begrüßen. Es waren meistenteils junge Leute, die sich in der Kirche St. Clemens schon regelmäßig treffen und sich zum Teil kennen. Alle waren sehr neugierig auf einen Neuanfang ihres Glaubenslebens und von Anfang an mit großem Engagement dabei.

Frau Monika Matalik, Psychotherapeutin und Frau Elfriede Anneser, Grafik-Designerin und Sozialarbeiterin, wurden herzlich begrüßt, denn sie hatten die Initiative in Berlin begonnen und die Werbung und Organisation im Vorfeld abgewickelt.

Zum Verlauf des Grundkurses befassten sich die Teilnehmer u.a. mit einer Betrachtung erlesener Fotografien, hauptsächlich aus der Natur, anhand derer tiefgreifende existenzielle Fragen angesprochen wurden. Die Teilnehmer waren auch diesmal von Anfang an rege dabei und teilten ihre Eindrücke mit. Frau Diegelmann gelang es mit einem gedanklichen Bogen über die Berufung zum Frau-Sein, über Familie und Kinder, zum Schöpfer-Gott zu lenken, der diese schöne, lebendige Natur für uns Menschen erschaffen hat. Der Zusammenhang zwischen Schöpfer-Gott und unserem leiblichen Vater war das große Thema: Können wir, die wir mit unseren Vätern oftmals schlechte Erfahrungen gemacht haben, Gott-Vater positiv sehen?

Als Hilfe dazu las uns Markus Diegelmann die Geschichte einer unglücklichen Holzpuppe vor: Punchinello litt sehr unter der stets be- und verurteilenden Gesellschaft, fand aber mithilfe eines Puppenmädchens, das sich um diese Bewertungen nicht scherte, den Weg in die Werkstatt seines Schöpfers, des Holzschnitzers Eli. Dort konnte er die Liebe und Ruhe finden, die auch ihm half, sich von den Urteilen seiner Mitpuppen zu befreien.

Wir errieten schnell, dass Punchinello für einen jeden von uns und für jeden Hapiopatienten steht, das wegweisende, „coole“ Puppenmädchen für eine erfolgreiche Hagioassistentin und Eli für unseren Gott-Vater.

Diese Geschichte wurde uns als Nachtmeditation ans Herz gelegt: Wir sollten uns in der Werkstatt einen schönen Platz aussuchen und mit einem dicken roten Kissen einrichten, wo es uns am besten behagte. So wurden wir in die Nacht entlassen.

Wir bewegten uns weiter durch die sechs Einheiten des Grundkurses mit Theorie zur Therapie, zu Eigenschaften der Assistenten und vor allem zur Beschaffenheit der alles durchdringenden, ordnenden und auf das SEIN ausgerichteten Geistseele – unterbrochen von wunderbaren Gerichten der Hausküche und interessanten Gesprächen in den Pausen.

Gegen Ende der Veranstaltung bekamen wir Besuch: Pater Kahmann aus einer Marzahner Gemeinde Kirche von der Verklärung des Herrn setzte sich zu uns und stellte sich vor. Er ist Salesianer und ebenfalls von der Hagiotherapie überzeugt. Er hat in Kassel-Lohfelden den Grundkurs gemacht und ist seit kurzer Zeit in Berlin. Er ist bisher der einzige Hagio-Pfarrer in Berlin und deshalb ein wichtiger Mann für uns.

Es war sehr schön, zum Abschluss des Kurses in der kleinen Kapelle des Exerzitienhauses mit Pfarrer Kahmann als Zelebrant eine Messe zu feiern. „Groß sein lässt meine Seele den Herrn“ sangen wir alle mit viel Schwung und Begeisterung. Ruth Diegelmann verteilte die Teilnahmebescheinigungen und es fiel uns sichtlich schwer, uns zu verabschieden.

Viele dieser jungen Teilnehmer sind interessiert an weiteren Treffen, um die Zeit bis zu dem Aufbaukurs zu überbrücken. Die Treffen werden in einem Gemeinderaum in der Stresemannstraße stattfinden.

Was nehme ich mit in die nächsten Wochen? Vor allem die gemütliche Werkstatt, in der ich jederzeit von dem gütigen Eli mit viel Liebe und Wärme empfangen werde und mich stärken und ausruhen kann. Dieser Gedanke begleitet mich seitdem und ich freue mich, einen neuen Ansatz für meinen Gott-Vater bekommen zu haben.

Berlin im November 2017 Elfie Anneser  

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