"Von der Barmherzigkeit zu hören ist das beste, was wir hören können. Es ändert die Welt!" Papst Franziskus

Einleitung zum Jubiläum der Barmherzigkeit

Papst Franziskus lädt die Kirche zur Feier eines Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit ein. Es beginnt am Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens am 8. Dezember 2015 und endet am 20. November 2016 mit dem Christkönigssonntag. Papst Franziskus : « Dies ist die Zeit der Barmherzigkeit - Es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in alle Gesellschaftsbereiche hineintragen. Vorwärts ! »

Im Jubiläumsjahr werden die Sonntagslesungen aus dem Evangelium des hl. Lukas genommen. Er wird auch der « Evangelist der Barmherzigkeit » genannt. Dante Alighieri sieht in ihm den « Übermittler der Sanftmütigkeit Christi », insbesondere in den Gleichnissen vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und in der Erzählung vom barmherzigen Vater.

Mit diesem Heiligen Jahr lenkt Papst Franziskus die Aufmerksamkeit auf zwei Aspekte der Barmherzigkeit Gottes : Einerseits will Gott alle an sich ziehen. Andererseits werden wir in dieser Begegnung mit IHM selbst zur Barmherzigkeit angespornt. Exemplarisch sehen wir dies bei der Berufung des Matthäus: Jesus erblickte den Zöllner, und da er ihn voll Barmherzigkeit ansah erwählte er ihn und sagte: Folge mir ! Diese Szene inspirierte den Papst zu seinem Wappenspruch « miserando atque eligendo ».

Beim ersten Angelus nach seiner Wahl sagte Papst Franziskus : « Es hat mir so gut getan von der Barmherzigkeit zu hören… Es ist das Beste, was wir hören können ; es ändert die Welt. Ein wenig Barmherzigkeit macht die Welt weniger kalt und viel gerechter. Wir haben es notwendig, diese Barmherzigkeit Gottes gut zu verstehen, dieses barmherzigen Vaters, der so viel Geduld hat » (17, März 2013)
Beim gleichen Anlass betonte er am 11. 1. 2015 : « Wir brauchen die Barmherzigkeit heutzutage so dringend, und es ist wichtig, dass die Gläubigen sie leben und in die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft tragen. Vorwärts ! »
« Wir leben in der Zeit der Barmherzigkeit. Wie sehr möchte ich, dass die Orte, an denen sich die Kirche zeigt – unsere Gemeinden und besonders unsere Gemeinschaften - zu Inseln der Barmherzigkeit im Meer der Gleichgültigkeit werden! »

Das aus dem Lukasevangelium stammende Wort « Barmherzig wie der Vater » lädt ein, diese Barmherzigkeit nach dem Vorbild des Vaters zu leben. Dieser ruft dazu auf, nicht zu urteilen oder gar zu verdammen, sondern zu vergeben und in geradezu massloser Weise Liebe und Verzeihung zu schenken.

Betrachten wir das Logo:
Es zeigt den Sohn, der sich den verlorenen Menschen auf die Schultern lädt. Dieses Bild hat schon die frühe Kirche sehr geschätzt, weil es die Liebe Christi zeigt, der das Geheimnis seiner Menschwerdung im Werk der Erlösung zur Vollendung führt. Das Bild veranschaulicht deutlich, wie der gute Hirte in direkten Kontakt mit dem Menschen kommt. Er tut dies mit einer Liebe, die in der Lage ist, Leben zu verändern. Der gute Hirte trägt die Menschheit mit ausserordentlicher Barmherzigkeit auf den Schultern und seine Augen verbinden sich mit denen des Menschen. Christus sieht mit dem Auge Adams, und dieser mit dem Auge Christi. Jeder Mensch entdeckt also in Christus, dem neuen Adam, die eigene Menschlichkeit und, indem er in Christi Blick die Liebe des Vaters wahrnimmt, nimmt er die Zukunft wahr, die ihn erwartet.

Die Bedeutung eines heiligen Jahres besteht in einer umfassenden Vergebung und der Einladung, die Beziehung mit Gott und den Mitmenschen zu erneuern. Damit ist ein Heiliges Jahr stets ein Anlass zur Vertiefung des Glaubens und zu einem erneuerten Lebenszeugnis aus dem Glauben.

Von Marianne Weyer, GGW

http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2015/2015- 04-11_Verkuendigungsbulle-Heiliges-Jahr.pdf

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