08. Das Sein

Wie der Fisch außerhalb des Wassers nicht leben kann und der Vogel nur in seinem Element ist, wenn er sich aufschwingen kann in die Lüfte, so lebt der Mensch nur dann in der Fülle seines Lebens, wenn er in seiner Mitte zutiefst vereint ist mit seinem Ursprung, dem absoluten Sein.

Der Geist in der Geistseele ist die spezifische Eigenschaft des menschlichen Seins. Mit diesem Geist verfügt der Mensch – und das ist das Grandiose und letztlich Unbegreifliche – über eine Öffnung und eine Verbindung zum ganzen, dem absoluten Sein (dem Schöpfer), mit sich selbst, mit den anderen, mit der ganzen Welt. Eine wesentliche Eigenschaft des Geistes ist seine Unbegrenztheit von Raum und Zeit. Der Mensch ist zwar psychophysisch begrenzt, nicht aber auf der Ebene des Geistes. Da kann er sich gleichsam selbst überschreiten. Auf der Ebene des Geistes sind scheinbar unlösbare Probleme zu lösen, obwohl der Mensch als Geschöpf immer ein begrenztes Wesen bleibt.

Allerdings kann der Mensch mit dem absoluten Sein nur in Liebe in Verbindung sein. Das Böse hat keine Existenz, es existiert nur als Mangel. Denkt, redet oder tut der Mensch Böses, schottet er sich selbst vom Sein ab, von dieser absoluten Existenz, von der Liebe. Er, beziehungsweise seine geistigen Organe, werden krank, besser gesagt, unbelebt. Er kann aber augenblicklich in diese Existenz zurückkehren, wenn er die Gesetzmäßigkeiten des Geistes erneut beachtet.

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