Welchen Sinn hat das Leben?

Unter dem Leitwort “Welchen Sinn hat das Leben?“ fand die Frühjahrstagung der Gemeinschaft Gebet und Wort Deutschland (GGWD) vom 22.-24. März 2019 in Fulda statt. Über 30 Personen nahmen an dem Treffen teil. Markus Diegelmann leitete die Tagung in Vertretung des erkrankten Leiters der Gemeinschaft, Diakon Bernd Faßbender. Vor jedem Referat gaben Marlies Glock und Elisabeth Rolf einen Impuls aus dem Schatz von Tomislav Ivančić zur Frage nach dem Sinn des Lebens.

Der geistliche Berater der GGWD, Pfr. Karl Ebner, entfaltete die Sinnfrage im Kontext von Theologie und Philosophie. Er verdeutlichte, dass formales Wissen nur nütze, wenn man es im Geist betrachte, ähnlich wie die Augen nur nützten, wenn man das Licht habe. Er verband diese Aussage mit der Frage: „Hast du deinen Erlöser angenommen?“

Prof. Michael Utsch arbeitet bei der evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin und referierte zur „Suche nach Sinn im Verständnis der Logotherapie“. Seine zentrale Frage war: „Wie kann in aussichtslosen Situationen Sinn dauerhaft gefunden werden?“ Er gab offen zu, dass die existentielle Sinnfrage für Psychotherapeuten nicht beliebt sei, da in der Psychotherapie der Gottesbezug fehle. Die neuere psychologische Forschung beschäftige sich mit Spiritualität, da jeder Mensch auf etwas Höheres angelegt und auf der Sinnsuche sei. Die Psychotherapie spreche in diesem Zusammenhang über das Bewusstsein. Jeder Christ jedoch könne seinen letzten Sinn nur in Gott finden

Der Hagioassistent Bertram Thaller sprach über den Sinn des Menschen (Organ der Geistseele). Im Zentrum der Hagiotherapie stehe die Geistseele, diese sei identisch mit dem Geist des Menschen, der Gottes Geist erkennen könne. Die Geistseele sei das Alleinstellungsmerkmal eines jeden Menschen, als heiler und unzerstörbarer innerer Kern im Menschen, der als Wohnsitz Gottes gilt. Dieser sollte verteidigt werden, denn er spiegele die Würde eines jeden Menschen wider, welche in enger Verbindung mit einer höheren Macht stehe. Wenn sich der Mensch von dieser höheren Macht löse, gehe er den Weg der Selbstzerstörung. Um Sinn in seinem Leben zu finden, müsse der Mensch einen Weg gehen, ein Ziel verfolgen, auf eine Reise gehen; dies entspreche auch der Sprachwurzel von „Sinn“ und „Sinnen“. Auf Fährtensuche begebe sich der Mensch angesichts von Schmerz und Leiden. Sinn finde der Mensch im Schöpfer, welcher mit dem Sinn identisch sei, genauso wie Sinn und der Logos eins sind, denn Jesus sagt von sich, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Der Sinn des Menschen als Organ der Geistseele widerspiegele den Sinn des Seins, also Gott.

Neue Erfahrungen sammelten die Teilnehmer bei der Podiumsdiskussion der drei Hauptreferenten zum Thema „Die Frage nach dem Sinn“. Jeder Referent entfaltete die Sinnfrage nach seiner Disziplin, wobei sich ein kurzweiliges Potpourri aus den Fragen der Teilnehmer und Antworten der Referenten entwickelte.

Das Wochenende wurde abgerundet mit vier Praxisberichten, in denen hagiotherapeutisch der Sinn des Lebens entfaltet wurde.

Jeden Tag durften wir die Hl. Messe feiern, am Samstag wurde von Pfr. Karl Ebner in der Predigt das Gleichnis vom barmherzigen Vater eindrucksvoll ausgelegt.

Besonderer Dank gilt Herrn Regens Dirk Gärtner und seinem Team für die gastfreundliche Unterbringung und Bewirtung im Priesterseminar Fulda. Die Priester Peter Bierschenk, Marcin Budny und Bruno Kono sorgten für die Gesundheit der Geistseelen durch ihren Dienst in der Hl. Messe, im Beichtsakrament und im Gespräch.

Peter Deinhart